20.10.2018

Bad Blankenburger Abend: „Heute ist morgen schon gestern“

Kurzweilige Lese-Revue mit Bernd Hock beim PerspektivForum Behinderung im Evangelischen Allianzhaus

Teilnehmer beim PerspektivForum

Schnelllebig ist unsere Zeit und schnell vergeht der Augenblick, in dem wir uns gerade befinden. Dies klang immer wieder an in seiner kurzweiligen und fröhlichen Lese-Revue. Dipl.-Päd. Bernd R. Hock ist Heilpraktiker für Psychotherapie und einer der Referenten der Tagung „PerspektivForum Behinderung“, die im Evangelischen Allianzhaus im thüringischen Bad Blankenburg stattfindet. „Heute ist morgen schon gestern“ - so der Titel des Abends, zu dem auch Gäste aus der Region willkommen waren - oder auch: „jetzt ist nachher schon vorhin“. Mit diesen Aussagen verband Hock sein leidenschaftliches Plädoyer, im „jetzt“ zu leben und nicht auf bessere Tage zu warten. Stattdessen die Zeit, die man zur Verfügung hat, bewusst zu genießen und sich an den schönen Momenten des Lebens zu freuen. Dass diese Worte aus dem Mund des schwerbehinderten Moderators und Entertainers nicht leichtfertig daherkommen, lässt er seine Zuhörer ahnen, indem er von verschiedenen Stationen und Episoden aus seinem Leben berichtet. Trauriges und fröhliches hält sich die Waage. Entscheidend sei jedoch, so Hock, dass sich jeder Mensch ein herzliches Willkommen in dieser Welt wünsche und dass das Leben, die Zeit eines Menschen, in Gottes Händen stehe. Ausdrücklich dankbar ist er dafür, dass sein Leben damals nicht schon im Mutterleib beendet wurde, als man seine Behinderung hätte feststellen können. Nicht mehr selbstverständlich, dass Menschen nach Bekanntwerden einer Behinderung leben dürften. Die überwiegende Anzahl aller Kinder mit einer im Ultraschall sichtbaren schweren Behinderung werden heute abgetrieben. Dabei seien laut Hock eigentlich alle Menschen irgendwie „behindert“ – auf ganz unterschiedliche Weise. Zusammengefasst war dieser Abend für die Teilnehmer und Gäste in erster Linie ein richtiger „Mutmach-Abend“, sich selbst und andere mit allen „Schwächen und Behinderungen“ anzunehmen und wertzuschätzen.

Auch Uwe Heimowski, politischer Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), unterstrich in einem Workshop die Würde eines jeden Menschen. „Weil Gott jeden Menschen geschaffen hat, ist auch ungeborenes Leben zu schützen. Wenn eine Behinderung der Grund für eine Abtreibung ist, dann ist das eine schwere Menschenrechtsverletzung. Die Debatte im Bundestag zum Thema Lebensschutz ist immer dann fehlgeleitet, wenn sie das Recht auf Selbstbestimmung der Frau gegen das Recht des Ungeborenen ausspielt,“ so Heimowski.

Die Tagung des PerspektivForums Behinderung wird gefördert durch Aktion Mensch und findet noch bis Sonntag, 21.10., im Evangelischen Allianzhaus statt, welches mit rollstuhlgerechten Zimmern und Tagungsräumen optimale Voraussetzungen für diese Veranstaltung der DEA bietet.