04.08.2018

DEA-Politikbeauftragter: „Sucht der Stadt Bestes"

„Wir dürfen uns als Christen nicht aus der Politik zurückziehen", sagte Heimowski auf der 123. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg, die in diesem Jahr unter dem Thema „Berufung" stand.

Uwe Heimowski

B a d   B l a n k e n b u r g (DEA) - Der Politikbeauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), Uwe Heimowski (Gera), hat dafür geworben, dass Christen sich nicht vom Geist der Politikverdrossenheit und des Schimpfens auf Politiker anstecken lassen. Die sei keine christliche Tugend. „Christen sollen Menschen segnen, die Verantwortung übernehmen, gut von ihnen denken und dann dort, wo sie politische Defizite erkennen, auch selber etwas dagegen tun". Es sei in manchen christlichen Gemeinden wahrzunehmen, dass Christen den Schwund christlicher Werte in der Politik bemängelten, aber nicht aktiv würden. „Wir dürfen uns als Christen nicht aus der Politik zurückziehen", sagte Heimowski auf der 123. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg, die in diesem Jahr unter dem Thema „Berufung" stand. Der Politikbeauftragte wünschte sich mehr Engagement von Christen in der Gesellschaft und auch in Parteien. „Christen, die sich politisch nicht engagieren, können nicht erwarten, dass die Politik sich an christlichen Werten orientiert." Wer sich in den Diskurs einbringe, könne für seine Positionen werben. Das biblische Wort: „Sucht der Stadt Bestes" gelte nach wie vor. „Und wir Christen sollten mitmachen", forderte Heimowski. Zum politischen Engagement gehöre jedoch auch das Risiko, keine Mehrheiten für die eigenen Themen zu finden. Dann gelte es einen langen Atem zu haben. Als Beispiel nannte er William Wilberforce, der im 18. Jahrhundert im Britischen Unterhaus über 20 Jahre lang für die Abschaffung des Sklavenhandels kämpfte, bis er schließlich Erfolg hatte.

Jesus sei nicht Mitglied oder Funktionsträger einer Partei gewesen „Aber die Dinge, die er gesagt hat, waren durchaus politisch", sagte Heimowski. Etwa, wenn er Pharisäer kritisiert habe, die eine politische Partei gewesen seien. „Jesus war damit kritisch gegenüber Ungerechtigkeiten im System seiner Zeit. Viele Dinge, die er sagte, hatten eine praktische, politische Wirkung.“ Etwa die Aussage Jesu „Selig sind die, die Frieden stiften", bedeute, dass Christen aktiv dahin gehen sollten, wo Unfrieden herrscht. „Wenn wir das als Christen tun, dann hat das eine gesellschaftspolitische Auswirkung."

Kritisch sieht Heimowski das politische Engagement der Kirchen dann, wenn dies zu einer einseitigen parteipolitischen Färbung führe, oder zu Lasten der Verkündigung des Evangeliums gehe. „Dann ist Kirche nicht mehr Kirche." Wenn die Kirchen jedoch Jesus Christus predigten und sich aus der Nachfolge heraus politisch engagierten, sei das zu begrüßen. Glaube münde in die Tat, aber dafür müsse eben auch zum Glauben gerufen werden.

Bis zum 05. August erwartet die Deutsche Evangelische Allianz Besucher aus Thüringen und dem gesamten Bundesgebiet. 2017 waren rund 1.700 Teilnehmer bei der Konferenz. Neben den Angestellten im Allianzhaus sorgen rund 150 ehrenamtliche Mitarbeiter und Referenten für den reibungslosen Ablauf der Konferenz. Besucher können an der gesamten Konferenz oder als Tagesgäste auch ohne vorherige Anmeldung teilnehmen.
Ausrichter der Konferenz ist die Deutsche Evangelischen Allianz (DEA), die ihren Sitz in Bad Blankenburg hat und sich als ein Netzwerk verschiedener evangelisch gesinnter Organisationen und Gemeinden versteht. Gegründet wurde die Deutsche Evangelischen Allianz 1846 in London als interkonfessionelle Einigungsbewegung. Heute bestehen in Deutschland rund 1.000 örtliche Allianzen. Die erste Allianzkonferenz fand 1886 in Bad Blankenburg statt. Ehrenamtlicher Vorsitzender der DEA ist Pastor Ekkehart Vetter, der Präses des freikirchlichen Mülheimer Verbandes.

Kontakt: Egmond Prill, Pressesprecher | Mobil: 0172 - 5210224 | E-Mail:prill@kep.de